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Freitag, Oktober 30, 2020
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kreditvergabe – Das will die Bank wissen

kreditvergabe – Das will die Bank wissen

Der Kunde ist König – aber Fakten und Offenheit sind Voraussetzung für den Kredit. Die Banken beurteilen die Banken die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden mit Ratings.
Der Rat ist durchaus gut gemeint: „Geben Sie Ihrer Bank alle Unterlagen, die sie anfordert“, sagt Mittelstandsexpertin Birgit Felden. Die Vorstandschefi n der TMS Unternehmensberatung in Köln beobachtet immer wieder, dass sich vor allem inhabergeführte Unternehmen schwer tun, den Kreditinstituten Firmeninterna preiszugeben. Felden: „Dabei ist eine offene Informationspolitik hilfreich für Finanzierungsgespräche.“

Fakten fürs Rating

Wer seine Karten nicht auf den Tisch legt, muss mit schlechteren Kreditkonditionen rechnen. Denn nach den neuen Basel-II-Regeln ist für die Berechnung eines Kreditrisikos das Rating des Kreditnehmers die entscheidende Schlüsselgröße. Wie sicher es ist, dass ein Kunde seinen Kredit tatsächlich zurückzahlen kann, berechnen einige Banken künftig mit Hilfe eines ausgefeilten internen Rating-Systems. Vermögenslage, Finanzkraft oder Ertragslage – die wichtigsten Einflussfaktoren sind die aussagekräftigen Kennzahlen aus dem Jahresabschluss. „Die Kunden werden beim Rating nicht nach Sympathie, sondern nach ihren wirtschaftlichen Verhältnissen beurteilt“, sagt Matthias Heinrich.

Möglichst objektiv

Trotzdem fließen in die statistisch fundierten Rechenmodelle auch qualitative Kriterien ein: Schließlich muss es sich für einen Kunden auszahlen, wenn er sich immer an die Absprachen mit seinem Kundenberater gehalten, Kreditlinien nie überzogen oder frühzeitig für eine Nachfolgeregelung im Unternehmen gesorgt hat. Heinrich: „Die Interpretationsspielräume bleiben aber begrenzt.“ Die qualitativen Kriterien werden weitgehend objektiviert und folgen einer Ja/Nein-Logik. Im Klartext: Wird die Frage nach einer branchenspezifischen Ausbildung mit Ja beantwortet, ist das ein Pluspunkt. Keine Rolle spielt es, ob eine Lehre in Hamburg oder in München gemacht wurde. Damit das Rating von der Bankenaufsicht anerkannt wird, muss es mindestens drei Jahre im Einsatz sein. Der Vorteil für die Bank: „Historische Kontendaten vervollständigen das Bild über den Kreditnehmer“, sagt Heinrich. Die Beurteilung der Bonität wird noch präziser.

Konkurrenz-Urteil

Wer Geld von der Bank will, kommt um ein Rating nicht herum. Zwar gibt es auch die Möglichkeit, sich von Dienstleistern durchleuchten zu lassen. Doch diese externen Ratings sind zeit- und kostenaufwändig – und die Kreditinstitute verlassen sich trotzdem nur aufs eigene Urteil. Im internen Rating-Ansatz werden zusätzlich zum Bonitäts-Check (Stufe 1) Sicherheiten (Stufe 2) und die Kreditinanspruchnahme (Stufe 3) berücksichtigt. „Der Kunde hat die Chance auch mit geringer Bonität seinen Finanzierungswunsch zu guten Konditionen durchzubekommen“, sagt Heinrich. Jedenfalls wenn die entsprechenden Sicherheiten auf dem Tisch liegen.

(Quelle: FOCUS-MONEY)

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