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Freitag, Oktober 23, 2020
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Mit der richtigen Finanzanlage für das Alter vorsorgen

Für junge Menschen, die in der ersten Hälfte ihres Berufslebens stehen, ist das Thema Rente und Altersvorsorge noch weit weg. Aber weil es nicht so sehr im Bewusstsein ist, sind die Aufwände in der zweiten Hälfte umso größer. Die wenigsten machen sich dabei über einen strukturierten Plan für ihre Altersvorsorge Gedanken und dass, obwohl die rechtzeitige Weichenstellung nur Vorteile bietet.

Je länger der Anlagehorizont, umso stärker schlägt der Zinseszins-Effekt zu

Es klingt recht simpel. Wer früh beginnt, der hat ein deutlich größeres Vermögen, als derjenige, der sich erst später um seine Altersvorsorge kümmert. Aber die meisten unterschätzen den Zinseszins-Effekt kolossal. Verdeutlicht sei das an einem kurzen Beispiel

Wertsteigerung durch Zinseszinseffekt beim Anlegen
Der Zinseszinseffekt sorgt beim Anlegen langfristig für eine überproportionale Wertsteigerung

von drei Personen. Beide sparen monatlich 100 Euro. Der erste aber 40 Jahre, der zweite 30 und die dritte Person nur 20 Jahre lang. Angenommen wird dabei eine Rendite von 5 %. Am Ende hat derjenige, der 40 Jahre gespart hat ca. 145.000 Euro, der zweite ca. 80.000 Euro und der dritte nur 40.000 Euro. Der vorausschauende Planer hat als über 100.000 Euro mehr.

Wie sehen die richtigen Finanzanlagen aus?

Bei dem vorgenannten Beispiel wurde mit einer Rendite von 5 % kalkuliert. Wer sich die aktuellen Sparzinsen anschaut, der wird schnell erkennen, dass festverzinsliche Anleihen diese Rendite auf lange Zeit nicht abwerfen werden. Diese Renditen sind primär nur durch Anlagen in Aktien zu erreichen. Diese gelten für viele Sparer als besonders riskant, da sie täglichen Kursschwankungen unterliegen. Allerdings ist es aus Sicht einer intelligenten Finanzanlage nicht notwendig direkt in Aktien zu investieren. Es ist viel sinnvoller sein Geld in Fonds oder auch ETFs (sogenannte Exchange Traded Funds) zu investieren. Ein guter Anleger bezweckt damit zwei Ziele. Zum einen muss er sich nicht ständig aktiv um seine Finanzanlage kümmern und zum zweiten streut er das Risiko.

Wie genau operiert ein Fonds?

Investmentfonds sind Finanzanlagen, bei denen ein Fondsmanager aktiv entscheidet in welche Papiere er investieren will. Die Aufgabe des Managers besteht also darin, vielversprechende Unternehmen zu finden und in diese entsprechend zu investieren. Für diese Aufgabe erhält der Manager eine Gebühr, die jährlich abgerechnet wird. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Fonds, die entweder in die großen Indizes, wie den Dax oder den Dow-Jones investieren, aber auch Fonds die auf bestimmte Märkte, wie Asien, USA aktiv sind. Daneben gibt es auch Themenfonds, wie bspw. Gesundheit, E-Commerce oder Green-Technologies. Es ist also für jeden Geschmack etwas dabei.

Was ist der Unterschied zum ETF?

Der ETF ist eine Finanzanlage, die ähnliche Schwerpunkte anbietet. Allerdings gibt es einen gravierenden Unterschied. Während beim Fonds ein Manager aktiv entscheidet, welche Papiere gekauft oder verkauft werden, bildet der ETF nur einen Index ab. Dazu ein kleines Beispiel:
Der DAX besteht aus 30 unterschiedlichen deutschen Aktiengesellschaften. Allerdings besitzen die Unternehmen eine unterschiedliche Gewichtung. Ein ETF bildet jetzt die einzelnen Unternehmen nach ihrer jeweiligen Gewichtung 1 : 1 ab.
Verändert sich diese, dann wird auch die Gewichtung im ETF automatisch verändert. Und weil hierfür kein Fondsmanager notwendig ist, sind die Kosten auch deutlich niedriger. ETFs eigenen sich als Finanzanlage für die Altersvorsorge hervorragend.

Was ist bei den Finanzanlagen noch zu beachten?

Es gibt noch eine ganz einfache Regel bei Finanzanlagen. Sie lautet „niemals alles auf ein Pferd setzen“. Auf Fonds oder ETFs angewandt meint die Regel, dass niemals nur auf einen Anlageschwerpunkt gesetzt werden sollte. Auch hier erschließt sich der Hintergrund recht schnell. Wer nur auf einen Anlageschwerpunkt zielt, der kann natürlich Glück haben und deutlich höhere Renditen erzielen. Aber es kann genau in die andere Richtung gehen. Wer aber über mehrere Schwerpunkte streut, der minimiert das Risiko auf das falsche Pferd gesetzt zu haben.

Die richtige Reaktion bei Verlusten

Viele scheuen die Investition in Aktien, Fonds oder ETFs, weil ihnen das Risiko eines Werteverlustes zu hoch erscheint. Auf den ersten Blick nachvollziehbar, weil einzelne Anleger bspw. während der Dot.com Blase oder in der Finanzkrise zum Teil erhebliche Verluste erlebt haben. Aber eines ist in diesem Zusammenhang wichtig zu verstehen. Wer seine Verluste damals ausgesessen hat, der hat binnen weniger Jahre die alten Kurse wieder erreicht und in den Folgejahren durch weitere Kurssteigerungen erneut Gewinne machen können. Je länger der noch verbleibende Anlagezeitraum noch ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Wertverluste wieder kompensiert werden können.

Ein kleiner Tipp bei der Steuer

Wer sich für eine Finanzanlage in Fonds oder ETFs entscheidet, der sollte ein wenig die Steuer im Blick behalten. Aktuell sind in Deutschland Kapitalerträge für Unverheiratete bis zu einer Höhe von 801 Euro jährlich Steuerfrei. Wer jetzt jedes Jahr einen kleinen Teil der Finanzanlagen bis zum maximalen Steuerfreibetrag verkauft und im gleichen Schritt erneut wieder kauft, der spart jährlich 200 Euro an Steuern. Auf den ersten Blick recht wenig. Aber bei einem Anlagenhorizont von 40 Jahren sind das 8.000 Euro, die unnötigerweise verschenkt werden. Bei Verheirateten liegt der Freibetrag übrigens doppelt so hoch und damit auch die mögliche Ersparnis.

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