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ETFs: Vorsicht Kontrahentenrisiko – Kredit & Finanz-Ratgeber

ETFs: Vorsicht Kontrahentenrisiko
Tipp von Redaktion am 14. Dezember 2008

Börsengehandelte Indexfonds erfreuen sich unter Privatanlegern wachsender Beliebtheit: Die Kombination aus geringen Kosten, stetiger Handelbarkeit und maximaler Transparenz überzeugen auch kritische Investoren und führten zu einem regelrechten Siegeszug von ETFs durch die Depots deutscher Anleger.
Allzu unvoreingenommen sollten sich Verbraucher den hochgelobten Produkten dennoch nicht ausliefern: Im Kleingedruckten des Emissionsprospektes lauert möglicherweise eine latente Gefahr, die auf den ersten Blick nicht ersichtlich ist: Das so genannte Kontrahentenrisiko birgt die Gefahr eines schmerzlichen Wertverlustes.
Bei der Abbildung eines Indexes bedienen sich einige ETFs verschiedener SWAP- und Termingeschäfte mit anderen Finanzmarktteilnehmern, darunter beispielsweise Banken und Versicherungen. Die Verträge zwischen Fonds und Geschäftspartner unterliegen dabei dem Risiko der Zahlungsunfähigkeit des Vertragspartners: Gerät dieser in eine Schieflage und Verluste.
Im Emissionspro kann seine Verpflichtungen nicht erfüllen, erleidet der Fonds unabhängig von der allgemeinen Marktentwicklungspekt ist aufgeführt, in welchem Umfang ein Fonds derartige Operationen durchführt. In den meisten Fällen ist das Volumen der Geschäfte auf rund zehn Prozent des Fondsvermögens begrenzt, wobei allerdings Ausnahmen existieren, die deutlich größere Anteile ihres Portfolios über SWAPs und Terminkontrakte abdecken.
Die Fondsgesellschaften rechtfertigen die Vorgehensweise mit geringeren Kosten bei der Abbildung des zugrundeliegenden Indexes, da eine Vielzahl von Transaktionen vermieden werden kann. Auch der Tracking Error, der die Abweichung der Wertentwicklung des Fonds von seiner Basis misst, kann durch die Abwicklung eines Teiles der Aktivitäten über außerbörsliche Geschäfte verringert werden.
Anleger sind gut beraten, vor dem Erwerb eines ETFs dessen Emissionsprospekt gründlich zu studieren und sich ein detailliertes Bild vom Ausmaß des Kontrahentenrisikos zu verschaffen. Dieses sollte bei der Bewertung eines ETFs berücksichtigt werden und ggf. zu der Entscheidung für ein anderes Investmentvehikel führen.
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