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Sonntag, Dezember 27, 2020
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Aldi und Lidl bald in den Fußgängerzonen

Wer aktuell durch deutsche Fußgängerzonen schlendert, bemerkt viele leere Modegeschäfte oder auffällige Schilder mit der Aufschrift „Räumung“ wegen Geschäftsaufgabe. Immer häufiger müssen Geschäfte, die Jahrzehnte lang das Bild der Innenstädte prägten den Geschäftsbetrieb einstellen. Darunter sind viel Modeläden, die dem jahrelangen Druck von Amazon & Co und jetzt auch noch den Folgen von Corona nicht mehr standhalten können. An ihrer Stelle drängen Aldi und Lidl und andere Discounter in die Fußgängerzonen. „Wo immer es vom Mietpreisniveau her kappt, versuchen die Discounter in die absoluten 1a-Lagen zu kommen”, sagte Dirk Wichner, Leiter der Einzelhandelsvermietung Deutschland beim internationalen Maklerkonzern JLL, der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Discounter besetzen die Lücken gescheiterter Modeläden

Viele Jahre lang waren die teuren Cityzentren für die meisten Billiganbieter Tabu, die Mieten schlicht zu teuer für deren Geschäftsmodell. Das habe sich nun grundlegend geändert, seit immer mehr Textilhändler aufgeben müssen, so Wichner. Die Discounter machen aus ihren Plänen auch gar keinen Hehl.

Besonders aktiv scheint Aldi Nord auf der Suche nach geeigneten Lagen zu sein. Das Logo des Discounters ist nun immer öfter auch in besten Innenstadtlagen, in Shopping-Centern und Fußgängerzonen an zentralen städtischen Knotenpunkten zu sehen.

Discounter haben Pendler im Visier

Aber auch Aldi Süd bringt sich für neue lukrative Verkaufsflächen in Stellung: Der Discounter sucht offenbar nach lukrativen Möglichkeiten in den deutschen Innenstädten Filialen zu eröffnen. Dabei arbeitet der Lebensmittelkonzern auch mit Galeria Karstadt Kaufhof zusammen. In Abstimmung mit der seit Jahren ums Überleben kämpfenden Kaufhauskette hat Aldi Süd bereits sieben innenstädtische Filialen eröffnet. In Stuttgart könnte der Discounter bald in der Königsstraße zu finden sein. Wettbewerber Lidl wird auch bald in den Innenstädten auftauchen, zum Beispiel am Carlsplatz in Düsseldorf oder am Münchner Isartor-Platz.

Als Zielgruppe für diese Läden haben die Strategen der Discounter  neben Anwohnern auch Pendler im Visier, die auf dem Heimweg noch rasch vorbeischauen und ihre Einkäufe machen. „Es findet ein knallharter Wettbewerb um die besten Standorte zwischen den Discountern statt. Da wird mit harten Bandagen gekämpft“, sagte Wichner gegenüber der dpa.

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