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Samstag, Januar 9, 2021
Start Börse und Wirtschaft Airbnb-Börsengang: Geschäftsmodell mit Fragezeichen

Airbnb-Börsengang: Geschäftsmodell mit Fragezeichen

Das kalifornische Buchungsportal Airbnb geht am morgigen Donnerstag an die Börse und hat den Ausgabepreis der Airbnb Aktie noch einmal erhöht: Statt einer Preisspanne von ursprünglich 44 bis 50 US-Dollar sind nun zwischen 56 und 60 US-Dollar für eine Aktie zu bezahlen. Damit könnte Airbnb (Tickersymbol: ABNB) zum Börsenstart am morgigen Donnerstag bis zu 42 Milliarden US-Dollar erlösen.

Der Börsengang war eigentlich schon im Frühjahr geplant, doch die Corona-Pandemie hatte die ursprünglichen Planungen durcheinandergewirbelt. Aufgrund der massiven Reise- und Kontaktbeschränkungen war der Umsatz des Unternehmens im zweiten Quartal um 72 Prozent eingebrochen. Im dritten Quartal lag das Umsatzminus noch bei 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Unternehmensleitung reagierte auf den Umsatzeinbruch mit einer Kapitalerhöhung und drastischen Kostensenkungen. Etwa ein Viertel der Jobs wurde gestrichen.

Homeoffice-Boom schmälert Airbnb-Angebot

Tourismus-Experten halten den Ausgabepreis des Buchungsportals angesichts der Belastungsfaktoren für überzogen. Seit Ausbruch der Pandemie arbeiten weltweit so viele Menschen im Homeoffice wie noch nie. Deshalb sind auch viele mögliche Airbnb-Gastgeber nun von ihren Zweitwohnungen aus aktiv, die bislang über das Portal angeboten wurden. Die Zahl der verfügbaren Wohnungen und Häusern auf Airbnb ist deshalb von sieben Millionen noch im Jahr 2019 auf heute 5,6 Millionen zurückgegangen.

Staatliche Regulierungen schränken Kurzfristvermietungen ein

Aber auch der Widerstand gegen kurzfristige Vermietungen und das Kerngeschäft von Airbnb nimmt in europäischen Städten und Gemeinden zu. Oft gelten nun Beschränkungen, etwa durch einen Mindestaufenthalt von 30 Tagen oder maximal 90 Vermietungstage pro Jahr.

Will Airbnb künftig weiter wachsen, muss die Buchungsplattform in Zukunft verstärkt den asiatisch-pazifischen Raum erschließen. Zusätzlich müsste das kalifornische Unternehmen auch Hotelbuchungen ermöglichen, so die Meinung von Branchenkennern. Das bedeutet, Airbnb müsste die Platzhirsche Booking.com und Expedia.com attackieren. Und die beiden großen Player bei Onlinebuchungen für Hotels werden das Schlachtfeld nicht kampflos räumen. Airbnb müsste also für neue Tools und Marketing massiv Geld in die Hand nehmen. Das Airbnb-IPO ist der letzte große Börsengang an den US-Börsen in diesem Jahr. Im Verlauf des Jahres 2020 wurden bislang bei Börsengängen von Unternehmen mehr als 140 Milliarden US-Dollar eingesammelt – ein Rekord.

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