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Montag, Januar 11, 2021
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EU verständigt sich auf schärferes Klimaziel

Nach harten Verhandlungen, die sich über die ganze Nacht erstreckten, hat sich die Europäische Union auf ein schärferes Klimaziel geeinigt. Die Treibhausgasemissionen sollen nun um mindestens 55 Prozent gegenüber dem Wert von 1990 gesenkt werden. Das zuvor angepeilte Ziel sah eine Senkung um 40 Prozent vor. „Damit sind wir auf einem guten Weg, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, erklärte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitagmorgen.

Von der Leyen hatte das ehrgeizigere EU- Ziel für die Verringerung der Treibhausgasemissionen bis 2030 zum ersten Mal bei ihrem Amtsantritt im Juli 2019 ins Spiel gebracht. Mit der deutlichen Nachbesserung will die EU die im Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 beschlossene Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius schaffen. Die heute getroffene Entscheidung hat Einfluss auf die gesamte Wirtschaft. Zu den größten Treibhausgasverursachern gehören laut Angaben der EU neben der Industrie auch Gebäude und Verkehr.

Polen verzögerte den Beschluss

Mehrere osteuropäische Mitgliedsstaaten der EU verfügen noch heute über zahlreiche Kohlekraftwerke und müssen für die Energiewende einen viel weiteren Weg gehen. Diese Länder forderten hohe finanzielle Unterstützungen für den Kohleausstieg. Polen blockierte nach Angaben von Teilnehmern mehrere Stunden den Gipfelbeschluss, weil die Zugeständnisse nicht weitreichend genug waren.

Ein Drittel des Corona-Aufbaufonds für das Erreichen der Klimaziele

Zur Umsetzung des Beschlusses hat die EU Milliardenhilfen vorgesehen. Dazu gehören ein Modernisierungsfonds, der sich aus den Einnahmen des Emissionshandels finanziert sowie ein Fonds für „gerechten Wandel“. Daneben soll aber auch mindestens ein Drittel des 750 Milliarden Euro schwere Corona-Aufbaufonds für das Erreichen der Klimaziele eingesetzt werden.

Bedeutsam sind insbesondere die rasche Abkehr von Öl, Gas und Kohle sowie ein breitangelegter Umstieg auf Ökostrom und emissionsfreie Automobile. Daneben steht auch eine energieeffiziente Renovierung von Millionen von Häusern an. Der Umbau wird viele Milliarden Euro kosten. Ein Belastungsfaktor für die Wirtschaft, doch europäische Politiker sehen im Wandel der Wirtschaft auch gute Chancen für neue Jobs und Wohlstand.

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