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Sonntag, November 22, 2020
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Onlinehandel und Zustellunternehmen sind ultimative Gewinner der Corona-Krise

Während die Inhaber lokaler Ladengeschäfte um ihre Existenz bangen, wächst der Onlinehandel unaufhaltsam. Den gleichen Boom verzeichnen derzeit die Zustellunternehmen, die schon zum Abschluss des dritten Quartals ein Umsatzplus von 15% gegenüber dem Vorjahr verzeichneten. Die Tendenz in beiden Branchen ist steigend – da das Weihnachtsgeschäft und der 2. Lockdown für einen andauernden Fokus auf Bestellungen im Internet sorgen.

Wie wirkt sich der Online-Boom auf den lokalen Handel aus?

Fakt ist, dass der lokale Handel zu den Verlierern der Krise gilt. Ausnahmen bilden hier nur Geschäfte, die Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs anbieten. Das zeigt ein Blick auf die Umsatzzahlen der stationären Händler, die seit der Beendigung des ersten Lockdown wieder geöffnet haben. In Gegenüberstellung zum Umsatzeinbruch von Ladengeschäften, hat sich der Gewinn von Onlineversänden vervielfacht. Es wird nicht weniger gekauft als vor der Corona Pandemie. Doch es ist deutlich erkennbar, dass sich das Kaufverhalten deutlich verändert hat. Noch vor dem Weihnachtsgeschäft stellt die Deutsche Post 10.000 neue Mitarbeiter ein, während Kaufhausketten und Einzelhandelsgeschäfte ihre Belegschaft teilweise in Kurzarbeit schicken oder sie entlassen müssen. Einige Ökonomen prognostizieren, dass der zweite, wenn auch “leichtere” Lockdown für den bereits stark in Mitleidenschaft gezogenen Einzelhandel das Aus bedeuten könne. Aus Verbrauchersicht betrachtet, ist die Umorientierung laut Branchenexperten nachvollziehbar. Es ist nicht allein die Maske, sondern auch die Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus, die Verbraucher zu Hause bleiben und ihre Einkäufe im Internet vornehmen lässt.

Drastische wirtschaftliche Folgen werden im kommenden Jahr spürbar

Die Regierung gewährt Hilfspakete und bietet dem Einzelhandel verschiedene Unterstützungsoptionen an. Doch eine Erholung der gebeutelten Wirtschaft ist nicht in Sicht, so dass die Hilfen eine kurzfristige Überbrückung, aber keine Kompensierung der Umsatzausfälle sind. Das nächste Frühjahr wird das Gesamtausmaß der Auswirkungen und Folgen der Corona-Krise aufzeigen. Sollten die Einschränkungen noch strenger und mit einer erneuten Schließung der Geschäfte verbunden sein, würden viele lokale Einzelhändler Insolvenz anmelden und ihre Existenz aufgeben müssen. Als Profiteure erweisen sich die Geschäfte, die schon vor Ausbruch der Pandemie über eine gute und gut besuchte Internetpräsenz verfügten. Doch viele kleine Unternehmen haben die Digitalisierung bisher zweitranging eingeordnet und sich online erst präsentiert, als die krisenbedingten Geschäftsschließungen unabwendbar waren. Für die notwendige Bekanntheitssteigerung durch Marketing und Mundpropaganda fehlte ein essenzielles Gut – die Zeit. Daher wird sich der Trend weiter fortsetzen und großen Onlinehändlern in die Hände spielen, während viele kleinere Geschäfte ihre Pforten dauerhaft schließen müssen.

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