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Mittwoch, Januar 6, 2021
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Deutsche Bank: 200 Filialen weniger bis Ende 2022

Das Filialnetz der Deutschen Bank und ihrer Tochter Postbank wird in den nächsten zwei Jahren um rund 200 Filialen verschlankt. „Wir werden, wie bereits angekündigt, etwa 100 Deutsche-Bank-Filialen schließen. Darüber hinaus wollen wir in den kommenden beiden Jahren jeweils etwa 50 Postbank-Standorte aufgeben. Insgesamt schrumpft unser Filialnetz in Deutschland bis Ende 2022 also um weitere 200 Zweigstellen“, gab Karl von Rohr, Stellvertretender Vorstandschef der Deutschen Bank in dem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ bekannt.

Künftig auch reine Beratungsstandorte

Die größte deutsche Privatbank hat im gesamten Bundesgebiet etwa 500 Niederlassungen, die Tochter Postbank ist an 800 Standorten in Deutschland vertreten. Der zweite Mann an der Spitze der Deutschen Bank ist aber zuversichtlich, dass das Netz an Niederlassungen auch dann noch ausreichen wird: „Dennoch werden wir auch künftig mit Filialen in ganz Deutschland für unsere Kunden gut zu erreichen sein.“

Daneben plant das Kreditinstitut offenbar auch auf Beratung spezialisierte Niederlassungen: „Zukünftig sind neben den klassischen Filialen auch reine Beratungsstandorte denkbar, die nicht so zentral gelegen sein müssen.“ Allerdings habe die Corona-Pandemie gezeigt, dass Beratung nicht nur in der Filiale, sondern auch telefonisch oder digital stattfinden könne, sagte von Rohr. Der Manager leitet bei der Deutschen Bank unter anderem das Privatkundengeschäft.

Zwei-Marken-Strategie bleibt erhalten

Eine Zusammenlegung der Deutschen Bank mit der Postbank ist offenbar nicht geplant. Das Institut werde an einer Zwei-Marken-Strategie festhalten, sagte der Deutsche Bank-Vize. Dennoch sollen die zwei Marken künftig noch enger zusammenarbeiten. Sobald die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen sind, sollen an jedem Schalter künftig Finanzgeschäfte für Kunden beider Banken möglich sein. Im Zuge der Zusammenlegung werden rund 350 Jobs in den Zentralen des Privatkundengeschäfts in Bonn und Frankfurt gestrichen. Das entspricht in etwa jeder dritten der derzeit rund 1000 Stellen.

Nach langwierigen Diskussionen hatte die Deutsche Bank erst im Frühjahr 2017 entschieden, die Bonner Tochter nicht zu verkaufen. Stattdessen wurde die Postbank in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Kreditinstituts eingegliedert. Ende 2019 hatte die DB Privat- und Firmenkundenbank AG 23565 Mitarbeiter.

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