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Donnerstag, Januar 7, 2021
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Ende des Booms: In Deutschland sinken die Mietpreise

Deutschland verzeichnet seit vielen Jahren erstmals wieder sinkende Mieten bei Neuverträgen. Im dritten Quartal 2020 gingen die Mietpreise im Vergleich zum vorangegangenen Quartal in etlichen der 50 teuersten Städte Deutschlands zurück. Wie eine Analyse der Hamburger F+B ergab, sanken die Mietpreise in 28 der 50 untersuchten Städte. Vergleicht man mit dem dritten Quartal 2019 sind immerhin noch zehn von 50 Städten von sinkenden Preisen betroffen. Das Forschungsinstitut F & B geht davon aus, dass ohne staatliche Coronahilfen die Mieten noch deutlicher gesunken wären.

Mieten bei Neuverträgen sinken knapp ein Prozent

Spitzenreiter bei den Mietpreisen bleibt die bayerische Metropole München. Obwohl selbst dort die Preise für Neuverträge leicht sanken, zahlen Mieter für eine zehn Jahre alte und 75 Quadratmeter große Wohnung mit normaler Ausstattung dort durchschnittlich noch immer 16 Euro Monatsmiete pro Quadratmeter. Das ist ein Rückgang von 1,6 Prozent verglichen mit dem zweiten Quartal. In Frankfurt am Main stiegen die Preise dagegen im gleichen Zeitraum um rund ein Prozent. Weitere Städte entwickelten sich folgendermaßen: Stuttgart minus 4,1 Prozent, Freiburg minus 6,9 Prozent, Hamburg minus 2,3 Prozent, Berlin minus 3,1 Prozent. Im Durchschnitt über alle 50 Städte betrachtet lag der Rückgang bei knapp einem Prozent.

Kaufpreise für Häuser und Wohnungen steigen

Die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser legen dagegen in den von F&B untersuchten Städten weiter zu, um durchschnittlich 8,6 Prozent. Die Analysten glauben, dass die  Pandemie einen zusätzlichen Nachfrageschub bei gleichzeitig beschränktem Angebot generiert hat.

Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen stiegen gegenüber dem zweiten Quartal 2020 nur noch leicht, um durchschnittlich 0,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresquartal legten die Preise im Mittel um 5,5 Prozent zu. Die Anstiege im Überblick: Konstanz plus 8,4 Prozent, Frankfurt am Main plus 7,1, Heidelberg plus 6,7, Ulm plus 6,6 und Freiburg plus 5,4. Anders sieht es in München aus. Hier legten die Preise im Vergleich zum dritten Quartal 2019 um nur noch ein Prozent zu. Damit kostet in der teuersten Stadt Deutschlands der Quadratmeter aber stattliche 7230 Euro. Das gilt für eine zehn Jahre alte und 75 Quadratmeter große Wohnung mit gewöhnlicher Ausstattung. Neubauten lagen in München zuletzt bei etwa 11.000 Euro pro Quadratmeter.

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